Die Unternehmerfamilie

Das Schicksal von Familienunternehmen ist immer eng mit dem ihrer EigentĂŒmer verbunden.

Johannes Buchsteiner, 1881 geb.,  ging nach bestandener Hornbesteckmacher-Lehre in Geislingen/Steige  „auf die Wanderschaft“ in Deutschland, um sich in anderen Betrieben weiterzubilden.

1910 konnte er sich den Wunsch erfĂŒllen und grĂŒndete seinen Handwerksbetrieb. In seiner Familie wuchsen 2 Töchter und 2 Söhne auf.

Nach dem 1.Weltkrieg begann eine Wachstumsphase, die bis zum Ausbruch des 2.Weltkriegs anhielt.

Johannes Buchsteiner war ein fĂŒrsorglicher Chef. Flexible Arbeitszeiten fĂŒr Frauen mit Familie waren eine SelbstverstĂ€ndlichkeit. 1930 baute er ein beheiztes Freibad fĂŒr seine Belegschaft und eine Werkssiedlung mit 14 Wohneinheiten. AnlĂ€sslich einer großen Export-Ausstellung in Stuttgart wurde er geehrt als „
..erfolgreicher Wirtschaftspionier, der seinen Betrieb von kleinsten AnfĂ€ngen bis zur bedeutenden Exportfirma emporgearbeitet und schwĂ€bische Handwerks- und Wertarbeit in viele LĂ€nder der Welt hinausgetragen hat
“

1951 starb Johannes Buchsteiner nachdem er noch sein 40-jÀhriges FirmenjubilÀum erleben durfte. Seine Söhne Hans und Hugo Buchsteiner traten die Nachfolge an.

Der Nachholbedarf der Nachkriegszeit bescherte dem Betrieb eine jĂ€hrliche Expansion. Die BrĂŒder nutzten die Nachfrage und investierten in GebĂ€ude und Anlagen. Unterschiedliche Ziele fĂŒhrten 1969 aber zur Trennung und Aufteilung des Unternehmens.

Hans Buchsteiner behielt das Stammwerk in Gingen.

1970 wurde seine bereits unheilbare Krankheit entdeckt und er verstarb wenige Monate spĂ€ter. Er hatte spĂ€t geheiratet und ließ seine junge Frau Renate und 3 Kinder zurĂŒck.

Renate Buchsteiner trat die Nachfolge an. Sie konnte auf die Treue und Hilfe langjÀhriger Mitarbeiter vertrauen.

Der Beginn war hart. Die finanziellen Verpflichtungen aus der Aufteilung des Unternehmens zwangen zu großen EinschrĂ€nkungen. Die Arbeit war aber auch erfolgreich. Buchsteiner stellte jedes Jahr auf den Messen kreative Produkte fĂŒr den Haushalt  vor, die sich gut verkauften. Der Betrieb fand zu alter StĂ€rke zurĂŒck.

Renate Buchsteiner sah sich auch  als Wegbereiterin fĂŒr andere Frauen, wenn sie Ämter annahm, in denen sie lange die einzige Frau in der Runde war.

Nach 42 Jahren als GeschĂ€ftsfĂŒhrerin gab sie 2012 das Amt an den ersten familienfremden GeschĂ€ftsfĂŒhrer ab.